Berchigranges – ein Garten in den Vogesen
Le Jardin de Berchigranges in den Vogesen ist ein Traum – oder sollte ich sagen: War ein Traum? Seit 2026 steht der Garten zum Verkauf. Das hat sich abgezeichnet, da die beiden Eigentümer auch nicht jünger werden und das riesige Gelände eine sehr große Aufgabe ist. Es bleibt zu wünschen, dass Monique und Thierry Dronet jemanden finden, der/die den Garten übernehmen.
Über den Garten
Insgesamt drei Mal war ich über die Jahre hinweg dort. Monique und Thierry Dronet haben das Gelände – eine ehemalige Weihnachtsbaumfarm – Anfang der 1990er Jahre gekauft. 1994 wurde mit der Bepflanzung begonnen. Was man dort zu sehen bekommt, ist ein eingewachsener, im besten Sinne alter Garten, der sich jedoch immer im Wandel befindet. Ein Gesamtkunstwerk. Thierry beobachtet genau, was im Garten geschieht. Oft sieht man ihn in Gedanken versunken auf den Pfaden. Und dabei kommen immer neue Ideen heraus. Heute finden sich dort eine unglaubliche Vielfalt von über 4000 Pflanzensorten – alleine 450 Narzissensorten blühen dort im Frühling.

Geheimnisvolle Wege
Erstaunlich, wie viele verschiedene Gartenstile auf dem Gelände ein zu Hause haben – von formalen Heckengärten bis hin zu wilden Wiesen, von Moos-Waldgärten bis zu dornigen Trockenflächen. Diese Vielfalt macht es interessant, den Garten u entdecken. Und das geschieht Schritt für Schritt, denn ganz zu übersehen ist der Garten praktisch nicht. Überall befinden sich Strukturen mit Gehölzen, die immer wieder neue Räume aufmachen.
Raffinierte Pflanzungen und Farbkombinationen bieten tolle Details. Ich finde ja weiße Gärten immer etwas langweilig, aber der sehr natürliche weiße Bereich in Berchigranges hat mich sehr beeindruckt. Wer wie ich Gillenia und Aruncus mag, ebenso Digitalis, ist hier richtig aufgehoben. Die Wiese mit den skulpturalen Veronica, umspielt von Alchemilla und kombiniert mit gelben Taglilien und blauchen Klecksen von Geranium „Orion“ – ein Traum! In feuchteren Ecken am Bach bunte Etagenprimeln, eine blaue Wolke von Corydalis elata (ja, die duften auch!) mit Astrantia und Polygonatum verticillatum und Epilobuim – natürlich und doch gestaltet.
Faszinierend fand ich auch die Hecke, die den Garten an der Seite zur Straße hin umgibt. Nach außen ist sie eine Buchenhecke, auf der Gartenseite besteht sie aus lauter verschiedenen Gehölzen. Man könnte Stunden über Stunden dort verbringen und würde doch immer wieder Neues entdecken.
Der Jardin de Berchigranges liegt in den Vogesen in der Nähe von Gérardmer. Auf der Website finden sich Fotos und weitere Infos wie Öffnungszeiten.























Regine Fischer meint
Zu meinem großen Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass der Garten langfristig geschlossen ist und nach Aussagen von Einheimischen aus Granges derzeit zum Verkauf steht.
Womöglich hat der extrem heiße Sommer auch dort oben ein Desaster bewirkt, abgesehen davon, dass die Betreiber nicht mehr ganz jung sind und zunehmend mit der Pflege der Anlage nicht mehr zurande kommen.
Es bricht einem das Herz, den Garten von Berchigranges womöglich wieder der Natur überlassen zu müssen, die ihn in Windeseile zurückerobern wird und in eine Wildnis verwandeln wird.
Sylvia Knittel meint
Leider hat sich das abgezeichnet, auch aus Altersgründen. Der Garten steht zum Verkauf und ich wünsche den beiden, dass sie jemanden finden, der diesen Garten Übernimmt. Es wäre in der Tat schade darum.