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Baden-Württemberg

Es muss nicht immer in die Ferne gehen, denn mein Heimat-Bundesland Baden-Württemberg hat sehr viele schöne Ecken. Und ich habe noch längst nicht alles entdeckt. Ich erkunde gerne die Region mit der Kamera, denn hier kenne ich mich aus und kann jede Tages- und Wettersituation ausnutzen.

Es ist nicht nur schön, wunderbare Landschaften in der Nähe zu haben, sondern auch praktisch. Wenn ich an einem Ort mehrmals war, dann kann ich Lichtsituationen viel besser einschätzen. Hier lerne ich für meine Reisen, denn unterwegs muss alles schneller gehen, weil ich oft nicht mehrmals an einen Ort gehen kann.

Baden-Württemberg hat die Schwäbische Alb, den Schwarzwald, aber auch die Rheinebene und den Bodensee. Weinberge, Schlösser, puppige Altstädte, dunkle Wälder und weite Ebenen. Genug für noch viele Fototouren!

Für manche Dinge bleibt man auch gerne daheim. Für Makro-Fotografie zum Beispiel. Da ich hier ohnehin nur ein paar Meter weit komme, muss ich auch nicht weit dafür fahren. Ok, die Insekten im Dschungel mal ausgenommen, aber wozu gibt es die Wilhelma?

Pilz Makro Moos im Wald

Kleine Wunder: Die Welt auf Makro

Mit dem Makro unterwegs zu sein, ist ein seltsames Gefühl. Der Blick ist ein anderer, plötzlich sieht man Sachen, die vorher schlichtweg nicht existent waren. Selbst ein schon oft begangener Weg  wird plötzlich zum Trip in andere Welten. Überall Aliens und fremdartige Lebensformen. Gerade im Herbst, wenn der Boden mit verschiedensten Pilzen bedeckt ist und der Nebel sich im Wald fängt.

Blick zum Feldberg kurz vor Sonnenaufgang

Ein Sommer-Sonnenaufgang im Schwarzwald

Einen Sonnenaufgang zu genießen, ist für mich eine besondere Freude. Es heißt nämlich, dass ich es rechtzeitig aus dem Bett geschafft habe und im richtigen Moment an einem wunderbaren Platz war, ungestört von Dächern, Wald oder Strommasten. Auf dem Belchen gibt es das nicht. Allerdings steht vor dem Genuss eine klitzekleine Anstrengung in Form von 300 Höhenmetern zu Fuß – nachts mit der Stirnlampe.

Sonnenuntergang in Altdorf auf dem Feld, Gladiolen

Sommer-Sonnenuntergang auf dem Feld

Ein Sonnenuntergang ist am schönsten, wenn er unerwartet kommt. Der Abend sah schon nach Grau in Grau aus, als ich auf dem Weg nach Hause war. Aber plötzlich tat sich mir dieses Bild auf: Die Sonne stand mit den Wolken wie eine riesige orangegoldene Metallfläche über der Landschaft. Schnell habe ich mir einen Parkplatz gesucht, von dem aus ich loslaufen konnte – Zeit ist kostbar in solchen Momenten.

Kloster Bebenhausen

Das Kloster, das Schloss und Landtag war

Das Kloster Bebenhausen liegt in einem verträumten Tal am Südrand des Schönbuch. Bebenhausen ist ein beliebtes Ausflugsziel, weil die Klosteranlage sehr gut erhalten und ausgezeichnet gepflegt ist und der Ort darum herum einen puppigen Fachwerkcharme ausstrahlt. Gestern war es heiß und klar – als Fotograf lässt man die Kamera da lieber zu Hause. Mit Polfilter ging es dann aber auch draußen im Klosterhof. Im Kreuzgang wurde für ein Konzert geprobt, das war eine fröhliche musikalische Begleitung  unserer Besichtigung. Zum Fotografieren muss ich aber wiederkommen, wenn es leerer ist, denn liebe ich Kreuzgänge… Die schräg stehende Sonne zauberte in den Gebäuden ein warmes Licht, das die sehr schönen Wand- und Deckenmalereien gut zur Geltung kommen ließ. Zu Hause habe ich die Fotos dann entsättigt, was ihnen den besonderen Charme des Blicks in die Vergangenheit gibt. Das Titelbild ist in Schwarz-Weiß umgewandelt, mit dem knallblauen Himmel in der richtigen Tiefe. In den über 800 Jahre seines Bestehens hatte die Klosteranlage eine wechselhafte Geschichte. Nach den Prämonstratensern folgten die Zisterzienser, dann die die Umwidmung zur evangelischen Klosterschule nach der Reformation. Nach einigem Hin und Her war es Anfang …

Der Föllbach fließt über eine Keuperstufe ins Tal.

Im Wald unterwegs

Wald übt eine besondere Faszination auf mich aus. Diese fotografisch einzufangen ist schwer. Manchmal sieht man buchstäblich den Wald vor lauter Bäumen nicht und die Masse der Blätter erschlägt einen fast. Aber es ergeben sich wunderbare Lichtreflexe, wenn die Sonne durchscheint. Eine Steilvorlage für das Helios 44, allerdings nur für schnelle Fotografen. Die Sonne wandert zügig und das Licht verändert sich stetig, Wind und Wolken treiben ihr Spielchen – manchmal reicht es nicht einmal dazu, das Motiv zu finden und scharf zu stellen. Das Helios hat ja schon so 40 Jährchen auf dem Buckel und muss daher manuell scharf gestellt werden. Bei f 2,0 und praktisch keiner Schärfentiefe ist das eine Herausforderung, denn Blende 2,0 ist ein Muss, da sich nur so das schöne swirling Bokeh zeigt. Makro mit Schirmchen Aber auch am Boden finden sich interessante Motive. Im dichten Wald ist es allerdings so dunkel, dass die Objektive lichtstark sein müssen und die Kamera einen so guten und großen Sensor haben sollte, dass auch bei höheren ISO nicht zu viel Rauschen entsteht. Stativ ist …

Kirschblüten im morgendlichen Gegenlicht.

Streuobstwiesen mit Schleier

Die Obstblüte ist eine besonders schöne Zeit in den Streuobstwiesen in der Region hier – in diesem Jahr mit etwas Verspätung wegen des kalten Frühjahrs. Aber ein paar warme Tage, und alles geht auf. Am Sonntag früh habe ich den Streuobstwiesen bei Schönaich einen kleinen Besuch abgestattet. Die Kirschen und Birnen sind voll erblüht. Die Apfelblüten hingegen stehen mit nur wenigen Blüten und dicken Knospen kurz vor dem Aufbrechen. Jetzt, da die Kälte wiedergekehrt ist, wird sich die Blüte noch eine Weile halten. Wenn ein solches Polartief wie aktuell sich über das Land schiebt, so sind die Farben oft besonders leuchtend und klar, der Himmel ist sehr blau. Aber der Blick sollte nicht nur nach oben gehen, sondern auch nach unten – in den Streuobstwiesen wächst so manches. Die frühen Margeriten haben in den letzten warmen Tagen schon Blütenknöpfe ausgebildet und die Schlüsselblumen blühen noch. Dabei ist mir dieses hübsche orangefarbene Exemplar Primula veris vor die Linse gesprungen: Streuobstwiesen als Kulturgut Streuobstwiesen gehören im Süden zum Alltagsbild in der Region – für einen schwäbischen Most-Trinker sind …

Bach in der Xanderklinge in Holzbronn am Rande des Schwarzwalds

Lichtzauber und Wasser

Leise gluckert das Wasser, der Teppich aus Moos schluckt alle Geräusche rund herum. Gleich erscheinen die Elfen, um ihre Einhörner im letzten Tageslicht an den geheimen Zauberbach zu führen. Noch haben die Bäume keine Blätter, so dass noch etwas Licht auf die Pools am Grund fällt und das Blau des Himmels  sich darin spiegelt. Wo ich den Elfen begegnet bin? Vom Nagoldtal hinauf nach Holzbronn führt die Xanderklinge, eine steile schattige Klamm. Kommt man aus der Klamm auf die Anhöhe, ergibt sich ein schöner Blick in den Schwarzwald. Abends steht die Sonne hinter den tannenbestandenen Kämmen. Letzten Freitag schwebte die gesamte Landschaft in einer Mischung aus gleißendem Dunstweiß und warmer Vorahnung des Sonnenuntergangs. Übrigens: Es führt kein richtiger Weg durch die Xanderklinge, aber sie ist begehbar bis ganz oben nach Holzbronn. Im Sommer habe ich sie komplett durchstiegen zusammen mit einer Gruppe von Kolleginnen und Kollegen aus dem Außendienst, ein paar abenteuerliche Kraxelstrecken durch das Wasser inklusive. Belohnt wurden wir mit einem schönen Tagesausklang: Im Ort gibt es eine schrullige Kneipe, deren Wirt nicht nur die regionaltypischen Obstler brennt, sondern auch preisgekrönte Whiskys.

Krokus Zavelstein Schwarzwald

Lila Woge

Zavelstein gehört zu Bad Teinach und liegt im Nordschwarzwald. Steil geht es aus dem Nagoldtal in die Höhe bis der kleine beschauliche Ort erreicht ist. Im März bei schönem Wetter ist es hier allerdings alles andere als ruhig, denn dann blüht hier der Crocus napolitanus in Massen und zieht viele Besucher an. Ich habe heute das gute Wetter und meinen freien Tag ausgenutzt, um mir das Spektakel endlich einmal anzusehen. Auch wenn erfahrene Krokusbeobachter sagen, dass nicht mehr so viele Krokusse da sind wie früher – es ist immer noch eine hinreißende lila Flut. Die Krokusse sind sehr unterschiedlich in der Zeichnung; mit Streifen, Flecken und auch variablen Farbschattierungen. Hier ist die Infoseite von Bad Teinach. Es gibt dort auch eine Art Ticker, in dem man erfahren kann, wie der Stand der Blüte ist.

Hochnebel, Raureif

Unwirklicher Morgen

Das derzeitige Wetter ist eine Herausforderung. Nicht nur für Pflanzenfreunde, die sehnsüchtig auf Frühlingstage warten, sondern auch für Fotografen. Am Ende des Winters ist grau in grau einfach nur richtig grau. Das Restlaub, das im Winter lange noch Farbe gibt, ist längst zu Schmuddelfarbe mutiert. Und trotzdem gibt es überraschende Tage. Der Freitag früh war ein solcher. Nach dem sonnigen Vortag wollte ich das Wetter für ein paar Morgenaufnahmen nutzen. Dann hab ich erst um 7 die Kurve gekriegt und als ich loslegen wollte, waberte der Hochnebel vor die Sonne. Na toll… Ja, es war toll!!! Der Hochnebel hat eine ganz merkwürdige pink-graue Tönung und die sehr schnell wechselnden Lichtverhältnisse schufen eine außergewöhnliche Atmosphäre. Der mit Raureif bedeckte Boden gab der Szenerie etwas unwirkliches. Die pink-Tönung ist auch mit Nachbearbeitung kaum zu entfernen, da sie sehr unregelmäßig über den Himmel verteilt ist, je nach Dicke des Nebels und der Richtung des Lichteinfalls. Ein paar hundert Meter vor zu Hause musste ich dann doch noch einmal zur Kamera greifen, kurz bevor der Nebel endgültig zu machte. Aber nur rasch …

Winter Inversionswetterlage

Ein besonderes Winterlicht

Der Freitag früh begann gut: Wie angesagt war der Himmel klar. Aber es war eine klassische Inversionswetterlage, die ein völlig anderes Licht schuf. Fahl und grau in Richtung der Sonne, mehr blasse als starke Farben. Dazu der mit Raureif bedeckte Boden in eisigem Blau und die wilden, schwarzen Äste der Obstbäume. Nach dem Sonnenaufgang ergab sich ein besonderer Blick über Schönaich in Richtung Schönbuch. Wer genau hinsieht, kann im Dunst noch den Waldenbucher Funkturm erkennen.