Garten, Unterwegs
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Gartenreise im Winter nach Belgien: Helleborus

Helleborus hybride, Christrose
Wegen den Helleborus waren wir eigentlich auf Gartenreise, schließlich waren wir als GdS-Fachgruppe Helleborus unterwegs. Nach dem Hamamelis-Wunder bei Antwerpen haben wir am zweiten Tag unsere Homebase ins wundervolle Brügge verlegt. 

 
Von dort sind es ungefähr 90 Minuten Fahrt im Bus nach Hantay in Nordfrankreich, südlich von Lille. Dort ist einer der bekanntesten Helleborus-Züchter beheimatet: Thierry Delabroye. Zusammen mit seiner Frau Sandrine züchtet er Helleboren, aber auch Epimedien. Er kreuzt verschiedene x hybridus zu fantastischen Farbkombinationen und Blütenmustern, die einem die Augen übergehen lassen.

Hybrides in Farben und Formen

Zwei Stunden vergnügte sich unsere Gruppe zwischen der unglaublichen Auswahl und so manche Helleborus fand eine neue Heimat. Die Entscheidung fiel schwer. Immer wenn man glaubte, die gefunden zu haben, die einem am besten gefällt, stand um die Ecke noch eine verrücktere mit noch exqisiterer Zeichnung.
 
Photo: Helleborus, GdS, Gartenreise, Garten, Delabroye, Belgien -  Helleborus-Auswahl bei Thierry Delabroye - Harte Arbeit: Helleborus-Auswahl bei Thierry Delabroye - Helleborus-Auswahl bei Thierry Delabroye

Harte Arbeit: Helleborus-Auswahl bei Thierry Delabroye

Drei verschiedene Ausprägungen gibt es bei den orientalis: Die einfachen, die anemonenblütigen und die gefüllten. Die anemonenblütigen Helleboren haben hinter Staubgefäßen und Narbe ein schmuckes Rüschenkränzchen, die gefüllten sind – nun ja – gefüllt, also mit einer mehrfachen Anzahl an voll ausgebildeten Petalen (Blütenblätter). Daneben spielt die Zeichnung der Blüte eine Rolle: Es gibt gepunktete, gestreifte, geränderte, mit heller und dunkler Narbe, mit kontrastfarbigen Rüschchen und so weiter. Das Farbspekturm bewegt sich von weiß über gelb und grün über rosa bis hin zu einem dunklen schieferrot. Für mich waren die gelben Helleboren von besonderem Reiz, da ich so etwas noch nie gesehen hatte. Das Kaleidoskop am Ende des Beitrags gibt einen Überblick über Blütenfarben und -formen.

Andere Sorten

Andere Arten von Helleborus sind mal mehr, mal weniger winterhart. Die klassische Christrose, Helleborus niger, ist die härteste. Die eher aus dem Süden stammenden Arten sind bisweilen etwas frostempfindlich, wurden aber mittlerweile so stark eingekreuzt, dass sie eine ganz gute Winterhärte haben. Sie prunken mit ihren Blättern: Diese sind stark gezähnt oder wild marmoriert, changieren zwischen grau und grün. Ein Beispiel sind die Helleboren vom  Titelbild.
 
Photo: Helleborus, GdS, Gartenreise, Garten, Delabroye, Belgien -  Helleborus foetidus - Eine gelblaubige Helleborus foetidus - Eine gelblaubige Helleborus foetidus, Christrose

Eine gelblaubige Helleborus foetidus

 
Auch Wildsorten sind attraktiv, beispielsweise die von mir heiß geliebte Helleborus foetidus. Sie hat palmenähnliches dunkelgrünes Laub, das dem Garten den ganzen Winter Farbe gibt. Sie ist ebenfalls sehr frostbeständig. Aber auch hier gibt es noch feiner gefiederte und gelblaubige Sorten auf dem Markt. Charakteristisch ist der dicke Stamm, an dem die Blätter angeordnet sind. Oben bildet sich ein dicker Knubbel, aus dem sich die vielen glöckchenförmigen grünen Blüten entwickeln, die einen zarten roten Rand haben.
 
Photo: Helleborus, GdS, Gartenreise, Garten, Delabroye, Belgien -  Bus mit Pflanzen - Unser gut mit Schätzen "bepflanzter" Bus - Bus mit Pflanzen

Unser gut mit Schätzen „bepflanzter“ Bus

 
Die ganze Bandbreite bekamen wir am Nachmittag bei Wilgenbroek in Oostkamp bei Brüssel zu sehen und die Gruppe verfiel endgültig dem Kaufrausch. Der Kofferraum des Busses war hinterher so voll beladen, dass für Koffer und Taschen kein Platz mehr war. Kein Problem, die mussten dann eben in den Innenraum… Den Spaß war es allemal wert!
 
Hier ein kleines Kaleidoskop an Helleborus hybridus-Blüten. Das zeigt schon die ganze Vielfalt, die sich einem aufblättert, sobald man sich damit beschäftigt. Und da ist es nicht weit zur Sammelwut!
 
 
 

9 Kommentare

  1. Roswitha Amschler sagt

    Hallo Sylvia
    Toller Bericht, kannst Du so im Staudengarten veröffentlichenden
    LG Roswitha

  2. Sabine Pecoraro-Schneider sagt

    Das scheint ja offenbar ein Paradies zu sein 🙂

    Ich warte derweil auf meine Sämlinge…..

  3. Pingback: Gartenreise nach Belgien: Galanthus - Schärfentiefe

  4. uhl Hartwein sagt

    Hallo Sylvia,
    vielen Dank für den tollen Bericht und die wunderschönen Bilder. Da kann ich die Reise nochmal sehr gut nachvollziehen!
    Liebe Grüße
    Uhl

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